/

 

 

CFD (Contracts for Difference)

22.05.2017

CFDs: BaFin verbietet CFD-Handel mit Nachschußpflicht für Privatanleger

I) Das Problem

CFDs (Contract for Difference) sind eine Erfindung der Briten.

In Britannia musste beim Kauf und Verkauf von Aktien eine sog. Stempelsteuer bezahlt werden, was unangenehm ist, da diese nur die Königin/Krone reich macht.

Also dachte man sich, warum soll man überhaupt eine Aktie zum Preis von z.B. 500 £ (=Pfund) kaufen, wenn man sowieso nur auf den Kursgewinn erpicht ist, da die Aktie ja mit Sicherheit auf 700 £ steigen wird.

II) Die Lösung

Schlauer wär es doch dann statt eine Aktie zu 500 £ zu kaufen, lieber einen Vertrag (Contract) mit Jemanden zu machen, der gegen einen geringe Provision und eine Sicherheitsleistung (sog. Margin) den Anspruch auf den Gewinn der Aktie gewährt. 

Der Vertrag auf den Gewinn einer Aktie würde dann bei dem Vertragspartner nur eine Sicherheitsleistung von z.B. 50 £ kosten, aber dennoch einen Anspruch auf den gesamten Gewinn (200 £) bringen; nur die Königin/Krone weint dann, weil sie keine Stempelsteuer mehr erhält.

Für den Kaufpreis einer Aktie (500 £ ) könnte man 10 Contracts (10 x 50 £ ) kaufen, die dann das Anrecht auf die Kurssteigerung von 10 Aktien gewähren und mithin 2000 £  Gewinn ....

III) Das Ergebnis

Schon taucht der Gedanke auf: “Wie lang sind eigentlich die Lieferfristen für einen Porsche Carrera in Peppermintgreen? Und warum heißen die Verträge eigentlich Contracts for Difference? Na ja, ist wahrscheinlich unwichtig“

IV) Das Ergebnis Nachtrag

Nicht ganz. 

Denn „… for Difference“ bedeutet, es kann auch in die andere Richtung, in Richtung Verlust, gehen. Wenn die Aktie um 200 £ fällt, und man hat 10 Contracts, darf man dann auch die 2000 Pfund Verlust tragen und an den Vertragspartner zahlen, also sogar weiteres privates Geld nachschießen für die fehlgeschlagene Spekulation.

V) Die Rettung

Die Königin (Fiskus) ärgert sich zwar immer noch, weil sie auch dann keine Steuern bekommt; nur der Privatanleger könnte bei unbegrenzt hohen Nachzahlungen Probleme bekommen. 

Die teutsche BaFin möchte daher den teutschen Anleger mit dem Verbot  der CFDs vor der drohenden Pleite retten. Wie nett.

Und ganz nebenbei (?)  schützt sie die CFD-Anbieter (Banken) davor auf den immensen Nachschuss-forderungen gegen Anleger sitzenzubleiben, die sich verzockt haben und dann nicht zahlen können.  

Reich oder arm werden kann der Privatanleger nach dem BaFin-Verbot durch CFD-Wetten jetzt nicht mehr. 

Das Zocken mit CFDs muß der Privatanleger nun den Banken überlassen, die dann, wenn´s schief geht aber vom Staat gerettet werden.

VI) Die Arschkarte

Da ein Verbot der CFDs durch die BaFin schon seit einiger Zeit diskutiert wird, hätte jeder Vermittler/Berater über das drohende staatliche Verbot informieren müssen.

Sollten Berater über die immensen Risiken des CFD-Handels, die weit über Roulette und Pferdrennen hinausgehen, falsch oder nicht aufgeklärt und einen (normalen) Anleger nicht von diesen Geschäften abgeraten haben, dürften sie zu Recht die Arschkarte in Form einer gegen sie gerichteten Schadensersatzklage gezogen haben, die ihnen dann auch gerne durch die Kanzlei MERTENS persönlich überreicht wird. Gleiches erwartet Broker, die 3 Monate nach dem BaFin-Verbot weiterhin CFDs mit Nachschußpflicht anbieten. Das Spiel dauert also keine 90 Tage mehr; und Nachspielzeit gibt´s nicht!


Kontaktformular